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<title>Advanced Passenger Train</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Advanced Passenger Train</span></h1>
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<p>Die <a href="Vereinigtes_K%C3%B6nigreich" title="Vereinigtes Königreich">britischen</a> <b>Advanced Passenger Trains</b> waren <a href="Zug_(Schienenverkehr)" title="Zug (Schienenverkehr)">Personenzüge</a> der <a href="British_Rail" title="British Rail">British Rail</a> (BR), die mit dem Ziel hoher <a href="Reisegeschwindigkeit" title="Reisegeschwindigkeit">Reisegeschwindigkeiten</a> entwickelt wurden. Dabei sind zwei Unterarten zu unterscheiden: Zum einen existiert der <b>APT-E</b> (E für Experimental), der mit einer <a href="Gasturbine" title="Gasturbine">Gasturbine</a> betrieben wurde und zum anderen der <b>APT-P</b> (P für Prototype), welcher <a href="Elektrizit%C3%A4t" title="Elektrizität">elektrisch</a> angetrieben wurde.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Konzept_der_APT-Züge"><span id="Konzept_der_APT-Z.C3.BCge"></span>Konzept der APT-Züge</h2></div>
<p>Die Grundidee hinter den APT-Zügen war es, ohne hohe Kosten für Neubaustrecken deutliche Zeitgewinne zu erreichen, um auch bei Entfernungen über 300 Kilometern im Vergleich mit dem neu aufkommenden <a href="Flugzeug" title="Flugzeug">Flugzeug</a> konkurrenzfähig zu bleiben. Das formulierte Zeitziel gegenüber den bestehenden Verbindungen lag bei etwa 50 %, dafür mussten die <a href="Triebwagen" title="Triebwagen">Triebzüge</a> über eine <a href="Neigetechnik" title="Neigetechnik">Neigetechnik</a> verfügen, die es ihnen erlaubte, schneller durch Kurven mit engen <a href="Kurvenradius" title="Kurvenradius">Radien</a> zu fahren; außerdem wurden stark verbesserte Bremssysteme benötigt, um die alten Strecken ohne große Anpassungen des <a href="Signalsystem" class="mw-redirect" title="Signalsystem">Signalsystems</a> mit nun höherem Tempo zu durchfahren und dennoch rechtzeitig zum Stillstand zu kommen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="APT-E">APT-E</h2></div>
<p>In den 1960er-Jahren verfolgte British Rail mit der Entwicklung des <a href="High_Speed_Train" title="High Speed Train">High Speed Train</a> HST125 ein Konzept, welches erlaubte, auf bestehenden, nicht immer <a href="Elektrifizierung" title="Elektrifizierung">elektrifizierten</a> Strecken mit relativ konventioneller, aber angepasster Technik hohe Geschwindigkeiten zu erreichen. 1967 fiel der Entschluss, ein noch deutlich moderneres <a href="Fahrzeug" title="Fahrzeug">Fahrzeug</a> zu entwickeln und viele neue Techniken in einem Zug zu bündeln. Die daraus entstandene erste Generation des APT trägt den Zusatz <i>E</i> für <i>Experimental</i>.
</p><p>An den Zugenden des APT-E befanden sich zwei Triebköpfe, dazwischen waren zwei Mittelwagen eingereiht. Der Zug verfügte über <a href="Wagenkasten" title="Wagenkasten">Wagenkästen</a> aus <a href="Aluminium" title="Aluminium">Aluminium</a>, <a href="Jakobs-Drehgestell" title="Jakobs-Drehgestell">Jakobs-Drehgestelle</a>, <a href="Gasturbine" title="Gasturbine">Gasturbinen</a> und eine <a href="Neigetechnik" title="Neigetechnik">Neigetechnik</a>, die Neigungswinkel von bis zu 9° erlaubte und auf dem Prinzip basierte, dass sich die Neigung anhand der Neigung des vorausfahrenden Wagens berechnete. Die maximale <a href="%C3%9Cberh%C3%B6hung" title="Überhöhung">Überhöhung</a> der Wagenseiten betrug 400 mm.
</p><p>1973 wurde nach einigen Verzögerungen der Bau einer ersten Einheit genehmigt, die 1975 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Auf Versuchsfahrten erreichte das Fahrzeug eine Höchstgeschwindigkeit von 242 km/h und legte die 159 Kilometer lange, ursprünglich für geringere Geschwindigkeiten ausgelegte Strecke zwischen <a href="London" title="London">London</a> und <a href="Leicester" title="Leicester">Leicester</a> in unter einer Stunde zurück. Schon 1976 zogen die BR diesen Testzug von den Strecken ab; er war für eine Verwendung im echten Personenzugdienst ohnehin nicht vorgesehen, da die Passagierkapazität mit zwei Mittelwagen in einem ungünstigen Verhältnis zu der aufwendigen Antriebstechnik mit je vier Gasturbinen stand. Doch dank der ersten positiven Erfahrungen mit dem Konzept wurde die Weiterentwicklung als APT-P beschlossen.
</p><p>Der äußerliche aufgearbeitete APT-E kann im <a href="Locomotion_Museum" title="Locomotion Museum">Locomotion Museum</a> in <a href="Shildon" title="Shildon">Shildon</a> betrachtet werden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="APT-P">APT-P</h2></div>
<table class="infobox wikitable toptextcells float-right" style="font-size:95%; width:310px;">
<tbody><tr>
<th colspan="2" style="background-color:#aa0000; color:#FFFFFF;">Klasse 370 "APT-P"
</th></tr>
<tr>
<td colspan="2"><div style="font-size:80%; text-align:center;">APT-P im Bahnhof von <a href="Carlisle" title="Carlisle">Carlisle</a></div>
</td></tr>
<tr>
<td>Nummerierung:
</td>
<td>370 001 – 370 003
</td></tr>
<tr>
<td>Anzahl:
</td>
<td>3
</td></tr>
<tr>
<td>Hersteller:
</td>
<td>British Rail Engineering Ltd
</td></tr>
<tr>
<td>Baujahr(e):
</td>
<td>1978–1980
</td></tr>
<tr>
<td>Ausmusterung:
</td>
<td>1986
</td></tr>
<tr>
<td><a href="Spurweite_(Schienenverkehr)" title="Spurweite (Schienenverkehr)">Spurweite</a>:
</td>
<td>1435 mm (<a href="Normalspur" title="Normalspur">Normalspur</a>)
</td></tr>
<tr>
<td>Länge:
</td>
<td>293,7 m
</td></tr>
<tr>
<td>Dienstmasse:
</td>
<td>460,6 t
</td></tr>
<tr>
<td>Reibungsmasse:
</td>
<td>135 t
</td></tr>
<tr>
<td>Höchstgeschwindigkeit:
</td>
<td>240 km/h
</td></tr>
</tbody></table>
<p>Der APT-P war eine elektrische Weiterentwicklung, begünstigt wurde seine Konzeption durch die hohen <a href="%C3%96lpreis" title="Ölpreis">Ölpreise</a> und die geringe <a href="Wirtschaftlichkeit" title="Wirtschaftlichkeit">Wirtschaftlichkeit</a> der Gasturbinen. Als Linienstrecke wurde die <i>West Coast Main Line</i> mit der Relation <a href="London" title="London">London</a>-<a href="Glasgow" title="Glasgow">Glasgow</a> ausgesucht. Der Linienbetrieb sollte ursprünglichen Planungen zufolge 1977 mit vier vierzehnteiligen Zügen aufgenommen werden (2 <a href="Steuerwagen" title="Steuerwagen">Steuerwagen</a>, 10 <a href="Personenwagen" class="mw-redirect" title="Personenwagen">Sitzwagen</a> und 2 Motorwagen).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Technik">Technik</h3></div>
<p>Um die Geschwindigkeit von 240 km/h auf den nicht dafür ausgelegten Strecken fahren zu können, musste neben der Neigetechnik, die aus dem APT-E übernommen wurde, auch die Bremsanlage angepasst werden. Dazu wurden neben den damals neuartigen <a href="Magnetschienenbremse" title="Magnetschienenbremse">Magnetschienenbremsen</a> auch eigens entwickelte, <i>hydro-kinetische</i> Bremsen mit Wasser<a href="Turbine" title="Turbine">turbinen</a> eingebaut, die einen Bremsweg von 1830 Metern von Höchstgeschwindigkeit zum Stillstand ermöglichten.
</p><p>Besonderheit der APT-P ist die Reihung der Züge, es handelt sich eigentlich um zwei ständig miteinander verbundene Einheiten mit mittig liegenden Antriebswagen, von denen jeder APT-P zwei hatte. Es gab zwar eine Durchgangsmöglichkeit durch die Motorwagen, diese war jedoch für <a href="Passagier" title="Passagier">Fahrgäste</a> verboten und so hatte jeder Zugteil den gleichen Anteil an Plätzen der 1. und 2. <a href="Wagenklasse" title="Wagenklasse">Klasse</a> sowie ein eigenes <a href="Speisewagen" title="Speisewagen">Zugrestaurant</a>. Außerdem wurde bedeutend mehr Personal benötigt. Erst eine Weiterentwicklung, die zwar geplant war, aber nie gebaut wurde, sollte <a href="Triebkopf" title="Triebkopf">Triebköpfe</a> an den Zugenden haben und somit wirtschaftlicher sein. Nötig war der Schritt mit den zusammengehängten Motorwagen, da auf Grund der schlechten, weil schlaffen <a href="Oberleitung" title="Oberleitung">Oberleitung</a> nur ein <a href="Stromabnehmer" title="Stromabnehmer">Stromabnehmer</a> anliegen durfte. Ein einziger Triebkopf hätte jedoch nicht genügend Leistung aufbringen können, die steigungsreiche Strecke mit hoher Geschwindigkeit und 13 <a href="Eisenbahnwagen" title="Eisenbahnwagen">Eisenbahnwagen</a> zu bewältigen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Einsatz">Einsatz</h3></div>
<p>Die geplante <a href="Inbetriebnahme" title="Inbetriebnahme">Inbetriebnahme</a> 1977 verschob sich aufgrund von technischen Problemen; erst Ende des Jahres 1979 stand ein Zug zur Testfahrt zur Verfügung, nachdem er ein Jahr zuvor fertiggestellt, gleich darauf jedoch bei 160 km/h entgleist war. Im Frühjahr 1980 wurde der dritte Zug fertiggestellt. Der offizielle Linienbetrieb sollte zunächst im Mai, dann im Oktober 1980 beginnen; nachdem aber noch Anlaufprobleme auftraten, zog sich die Inbetriebnahme bis zum 7. Dezember 1981 hin.
</p><p>Der erste öffentliche Zug fuhr um 7:00 Uhr in Glasgow ab, erreichte eine <a href="Bauartbedingte_H%C3%B6chstgeschwindigkeit" title="Bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit">Höchstgeschwindigkeit</a> von ca. 240 km/h und benötigte etwa 4¼ Stunden für die Strecke bis London, wobei einige Passagiere über Übelkeit geklagt haben sollen. Am darauffolgenden Betriebstag richtete die Neigetechnik 6 Wagen des Zuges ruckartig aus der Neigung auf, was zu zerstörtem Geschirr im Restaurant des betroffenen Zugteiles führte. Am dritten Betriebstag blockierten die <a href="Bremse_(Eisenbahn)" title="Bremse (Eisenbahn)">Bremsen</a> eines APT-P, ein weiterer Zug musste in <a href="Crewe" title="Crewe">Crewe</a> wegen starken Schneefalls seine Fahrt unterbrechen. Damit endete der planmäßige Einsatz von APT-P-Zügen drei Tage nach seinem Beginn. Der vierte bestellte Zug wurde nie gebaut, die restlichen drei Züge unternahmen noch bis in den Sommer 1986 Versuchsfahrten für neue Komponenten und wurden teilweise als Reserve für einige Intercity-Linien bereitgehalten, eine Rückkehr in den Plandienst war nicht mehr vorgesehen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Verbleib_der_Züge"><span id="Verbleib_der_Z.C3.BCge"></span>Verbleib der Züge</h2></div>
<ul><li>APT-E: der äußerlich aufgearbeitete Zug ist zu besichtigen im Eisenbahnmuseum von Shildon.</li>
<li>APT-P: ein Motorwagen (in desolatem Zustand) ist ebenfalls in Shildon zu sehen. Im Museum von Crewe ist ein fast kompletter Zug zu sehen, Besonderheit ist die Demonstrationsmöglichkeit der Neigetechnik. Ein kompletter Zug wurde von der <a href="British_Rail" title="British Rail">British Rail</a> der Privatsammlung von <a href="Pete_Waterman" title="Pete Waterman">Pete Waterman</a> überlassen.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Brian Hollingsworth, Arthur F. Cook: <i>Das Handbuch der Lokomotiven</i>, Weltbild Verlag, Augsburg 1996, ISBN 3-86047-138-4, S. 398f.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Advanced_Passenger_Train?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Advanced Passenger Train</a></span></b> – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<ul><li><span class="cite">British Rail: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.youtube.com/watch?v=oSMSSdL2yeo"><i>Round trip to Glasgow.</i></a> In: <i>YouTube.</i><span class="Abrufdatum"> Abgerufen am 7. Oktober 2018</span> (Werbefilm zur Einführung des APT-P).</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3AAdvanced+Passenger+Train&rft.title=Round+trip+to+Glasgow&rft.description=Round+trip+to+Glasgow&rft.identifier=https%3A%2F%2Fwww.youtube.com%2Fwatch%3Fv%3DoSMSSdL2yeo&rft.creator=British+Rail"> </span></li>
<li><span class="cite">BBC: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.youtube.com/watch?v=jdGVFwKUx_c"><i>Bransons Baby - Tilting Train Documentary.</i></a> In: <i>YouTube.</i><span class="Abrufdatum"> Abgerufen am 7. Oktober 2018</span> (Dokumentation über die Einführung der Class 390 auf der West Coast Mainline mit historischen Darlegungen über den APT).</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3AAdvanced+Passenger+Train&rft.title=Bransons+Baby+-+Tilting+Train+Documentary&rft.description=Bransons+Baby+-+Tilting+Train+Documentary&rft.identifier=https%3A%2F%2Fwww.youtube.com%2Fwatch%3Fv%3DjdGVFwKUx_c&rft.creator=BBC"> </span></li>
<li><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.youtube.com/watch?v=gYwZzuLrDjs"><i>Innovation On The Rails Documentary 1986.</i></a> In: <i>Youtube.</i><span class="Abrufdatum"> Abgerufen am 20. Mai 2019</span> (Dokumentation über das Projektmanagement innovativer Züge bei British Rail).</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3AAdvanced+Passenger+Train&rft.title=Innovation+On+The+Rails+Documentary+1986&rft.description=Innovation+On+The+Rails+Documentary+1986&rft.identifier=https%3A%2F%2Fwww.youtube.com%2Fwatch%3Fv%3DgYwZzuLrDjs"> </span></li>
<li><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.youtube.com/watch?v=nDN7PPW4AE8"><i>The train that made passengers sick.</i></a> In: <i>Youtube.</i><span class="Abrufdatum"> Abgerufen am 31. Juli 2020</span> (Dokumentation über die Einführung des APT).</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3AAdvanced+Passenger+Train&rft.title=The+train+that+made+passengers+sick&rft.description=The+train+that+made+passengers+sick&rft.identifier=https%3A%2F%2Fwww.youtube.com%2Fwatch%3Fv%3DnDN7PPW4AE8"> </span></li></ul></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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